Leder ist ein lebendiges Material, es atmet, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Ähnlich wie beim Holz gleicht kein Stück dem anderen. Das trifft übrigens schon vor der Karriere als Sofa oder Sessel zu, da Kämpfe und Kratzer ihre Spuren hinterlassen haben. Jede Haut ist damit ein Unikat: Deshalb sind eventuelle Farbabweichungen und unregelmässige Strukturen auch kein Reklamationsgrund beim Kauf.
Hochwertiges Leder ist ein veredeltes Naturprodukt, dessen besondere Schönheit die charakteristischen Unebenheiten und Farbnuancen ausmachen. Kombiniert mit einem zeitlosen Design, verspricht ein solches Polstermöbel ein langes Wohnerlebnis. Bis aus einer Tierhaut ein Möbelleder von hoher Qualität wird, muss sie eine vergleichsweise aufwändige Veredlungsprozedur über sich ergehen lassen. Im ersten Arbeitsschritt wird die Haut durch Konservierung mit Salz oder Eiskühlung vor dem Verderben bewahrt. In der so genannten Wasserwerkstatt wird sie von allen Unreinheiten und Haaren gesäubert.
Weil normales Polsterleder in der Regel nicht dicker ist als ein Millimeter, spaltet man das Ausgangsmaterial. Dabei werden Narben- und Spalthaut voneinander getrennt. Bei der Narbenhaut handelt es sich um die mit Haaren besetzte Seite, sie ist besonders dicht mit fester Struktur - ideal für die Produktion aller Glattleder sowie das leicht angerauten Nubukleders. Die Spalthaut ist die dem Körper zugewandte Seite, die bevorzugt zur Herstellung von Veloursleder verwendet wird.
Im Gerbungsprozess erhält das Leder seine Haltbarkeit. Die althergebrachte pflanzliche, heutzutage jedoch sehr kostenintensive Gerbung wenden nur noch ausgewählte Betriebe an. Der überwiegende Teil der Hersteller nutzt die so genannte Mineralgerbung, bei der gesundheitlich unbedenkliche Chromsalze die pflanzlichen Gerbstoffe ersetzen.
Leder lässt in beinahe jedem Ton färben. Hochwertige Materialien werden mittels Transparent- oder Anilinfärbung behandelt. So bleibt die natürliche Oberfläche des Leders erhalten und die Oberflächenstruktur erkennbar. Allerdings eignen sich hierfür nur rund zehn Prozent des zu verarbeitenden Leders. Die Pigment- oder Deckfärbung ist eine ideale Technik, um unterschiedliche Oberflächen einander anzugleichen und störende Unregelmässigkeiten zu kaschieren.